Michelle Knop

Helmut Eichmann zurück aus Russland –
Drei deutsche Soldaten bei Exhumierungsaktion identifiziert


Helmut Eichmann (Mitte) war zu Gast im russischen Militärlager. Foto: privat

Drei in Russland vermisste deutsche Soldaten wurden gefunden und identifiziert. Damit sind drei deutsche Schicksale endlich aufgeklärt. Dies geschah bei der Aktion der Russischen Militärhistorischen Gesellschaft, die bei Rschew an der Wolga nach gefallenen sowjetischen Soldaten suchte.

An dieser Aktion beteiligte sich auch der Vorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Bad Pyrmont, Helmut Eichmann, als Gast im russischen Militärlager. Dies geschah auf Einladung durch den Vorsitzenden der Deutschen national-kulturellen Autonomie der Stadt Chimki (Moskauer Gebiet) Vladimir Anzukov und durch Vermittlung von Dr. Walther Friesen (Ausbildungs- und Forschungszentrum ETHNOS e. V. in Dortmund). Die Unterbringung und Verpflegung der rund 500 Personen war in einem Camp der russischen Armee.

„Am Anfang glaubte ich eine Skepsis zu spüren, weil ich Deutscher war“, berichtet Eichmann von seinem Aufenthalt, „Doch am zweiten Tag kam der Leiter für die Exhumierung deutscher Soldaten in Russland Denis Deryabkin ins Lager. Abends war eine Präsentation in einem Zelt und circa 60 Menschen waren versammelt. Plötzlich kam er zu mir und fragte, ob ich Herr Eichmann sei. Als ich das bestätigte, sagte er, es sei festgestellt worden, dass ein Deutscher anwesend wäre. Ich sollte nach vorne kommen und mich vorstellen. Ich informierte über meine ehrenamtliche Volkstrauer- und Friedensarbeit und erhielt großen Applaus.“ Von da an seien ihm viele Teilnehmer sehr freundlich begegnet. Wie Eichmann mitteilt, begrüßten ihn die Frauen bei der Essensausgabe sogar auf Deutsch.

Das Ziel der Arbeit war, sowjetische Gefallene zu finden. In Eichmanns Arbeitsgruppe bei dem Dorf Tolstirkowa wurden sie auch fündig, aber die Identifizierungskapsel hatte im Inneren die Daten auf Papier und das war nicht mehr leserlich. Deutsche Identifizierungsmarken sind dagegen aus Stahl und überdauern die Zeit.

Vladimir Anzukov fuhr mit Eichmann zur Deutschen Schule auf dem Botschaftsgelände in Moskau. Dort fand abends eine Podiumsdiskussion statt. Bei einem anschließenden Imbiss sprach der Vorsitzende des Volksbundes in Russland Hermann Krause den Bad Pyrmonter Helmut Eichmann an und sie unterhielten sich über die Exhumierung deutscher Soldaten.

„Es war abenteuerlich und ein sehr wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung“, resümiert Eichmann.

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